Gemeinderat verabschiedet Budget 2027 zuhanden Gemeindeversammlung
Der Gemeinderat beantragt der Gemeindeversammlung, dem Budget 2027 und den WOV-Leistungsaufträgen zuzustimmen und den Steuerfuss unverändert auf 110 % festzusetzen. Die Erfolgsrechnung sieht einen kleinen Aufwandüberschuss von 116’730 Fr. bei einem Umsatz von rund 100 Mio. Fr. vor. Die Investitionen des Verwaltungsvermögens belaufen sich auf 5.7 Mio. Fr.
Hochrechnung 2026
Das Budget 2026 war von der Gemeindeversammlung im Dezember 2025 mit einem Aufwandüberschuss von 1’863’018 Fr. genehmigt worden. Gemäss der Hochrechnung per Ende Juni wird mit einem kleinen Aufwand-überschuss von 0.28 Mio. Fr. gerechnet. Die Verbesserung gegenüber dem Budget ist hauptsächlich durch höhere Steuereinnahmen und einen höhere Ressourcenausgleich infolge der stetig ansteigenden Differenz zwischen der kantonalen und der eigenen Steuerkraft zu erklären.
Budget 2027 der Erfolgsrechnung
Bei einem Aufwand von 100.8 Mio. Fr. und einem Ertrag von 100.7 Mio. Fr. weist das Budget 2027 einen minimalen Aufwandüberschuss von 0.1 Mio. Fr. aus, dies bei einem unveränderten Steuerfuss von 110 % (Vorjahr 110 %).
Die Steuereinnahmen sind um 2.8 Millionen Fr. höher budgetiert. Die Grundstückgewinnsteuern sind unverändert mit 6.5 Mio. Fr. budgetiert. Der Ressourcenausgleich fällt dank der gestiegenen kantonalen Steuerkraft um 1.9 Mio. Fr. besser aus als noch im Budget 2026.
Im Bereich Liegenschaften sind höhere Unterhalts- und Reparaturkosten geplant. Diverse technische Auf- und Nachrüstungen an verschiedenen Anlagen und Liegenschaften, sowie Instandstellungen diverser Spielgeräte sind, auch aus sicherheitstechnischen Gründen, unumgänglich. Zudem fallen wegen der Inbetriebnahme vom Neubau des Oberstufenzentrums Pfaffberg Ost höhere Abschreibungen an.
Im Bereich der Schulpflege und Organisation wird mit leicht tieferen Kosten gerechnet. In den übrigen Bereichen der Schule wird mit leicht höheren Kosten von knapp 0.2 Mio. Fr. gerechnet. Die Kosten der Pflegefinanzierung sind um 1.1 Mio. Fr. wesentlich höher als im Budget 2026 geplant. Die Zunahme resultiert aus dem allgemeinen, demografisch bedingten Trend steigender Pflegekosten. Dabei wird prognostiziert, dass der grösste Anteil der Leistungsübernahme weiterhin im Bereich der ambulanten Pflege (Spitex Pfäffikon-Hittnau) anfällt. Älteren Personen ermöglicht dies länger selbstbestimmt zuhause zu bleiben und die Gemeinde trägt die Restkosten.
Der Anstieg im Bereich der stationären Pflege beruht zum Teil auf einer Zunahme von Fällen, die in übrigen, privaten Einrichtungen mit hochspezialisierten Pflegeplätzen, zum Beispiel in der Alterspsychiatrie untergebracht werden.
Im Bereich der gesetzlichen wirtschaftlichen Hilfe wird mit tieferen Fallzahlen als noch im Budget 2026 gerechnet. Im Asylbereich ist mit Mehrkosten zu rechnen. Dies aufgrund gestiegener Fallzahlen gegenüber dem Budget 2026.
Der Gesamtaufwand steigt um 3.2 % und der Gesamtertrag um 5.1 % gegenüber dem Vorjahresbudget. Dies aufgrund diverser Faktoren: Der Personalaufwand erhöht sich nur um 1.6 %. Davon sind 1.0 % für den Teuerungsausgleich und individuelle Stufenanstiege budgetiert. Die restlichen 0.6 % resultieren aus Stellenplanerhöhungen in den Abteilungen Bau und Umwelt, Zusatzleistungen sowie Präsidiales.
Der Sachaufwand steigt um 5.2 %. Dies ist vor allem auf die höheren Betriebs- und Unterhaltskosten sowie höhere Kosten für externe Honorare im Zusammenhang mit der geplanten Fusion Pfäffikon-Wildberg sowie das Projekt für die Zusammenarbeit im funktionalen Raum Fehraltorf-Hittnau-Russikon-Pfäffikon zurückzuführen.
Der Transferaufwand steigt um 3.0 %. Der Transferertrag steigt dagegen um 6.3 %. Im Transferaufwand sind unter anderem folgende Kosten enthalten: Entschädigungen und Beiträge an den Kanton für kantonal angestelltes Lehrpersonal, Asylbewerberunterstützung (Bruttoverbuchung), Pflegefinanzierung, Ergänzungsleistungen und externe Sonderschulung. Im Transferertrag sind folgende Mehrerträge enthalten: Ressourcenausgleich, Höhere ZKB-Gewinnbeteiligung, Fusionsbeiträge des Kantons Zürich sowie Beiträge vom Kanton für Asylbetreuung (Bruttoverbuchung), Gewässer, Ergänzungsleistungen sowie Alter und Gesundheit.
Der Ressourcenausgleich fällt höher aus, da die eigene Steuerkraft im Vergleich zum Budget 2026 weniger stark gestiegen ist als die durchschnittliche Steuerkraft im Kanton.
Budget 2027 der Investitionsrechnung
Das Investitionsvolumen im Verwaltungsvermögen beträgt nur 5.7 Mio. Fr. (Vorjahr 11.7 Mio. Fr.). Der Bau des Neubaus Schulhaus Pfaffberg Ost ist abgeschlossen und auch die Kosten für den Umbau eines Rasenplatzes zu einem weiteren Kunstrasenplatz im Barzloo werden aufgrund der Forderung des Kantons zur Offenlegung des Talbachs im Budget 2027 nicht berücksichtigt.
Der Cash Flow beträgt 5.5 Mio. Fr. (Vorjahr 3.3 Mio. Fr.). Die geplanten Investitionen können praktisch vollständig (zu 96 %) aus eigenen Mitteln finanziert werden. Ab dem Jahr 2028 ist dann wieder mit einem erhöhten Investitionsvolumen und somit auch wieder mit Darlehensaufnahmen zu rechnen.
Gesamtwürdigung und Ausblick
Mit dem Budget 2027 werden zwei der drei langfristigen finanzpolitischen Ziele des Gemeinderates für die Amtsdauer 2026 – 2030 eingehalten. Nur das Ziel mit dem Steuerfuss kann knapp nicht eingehalten werden.
1. Mittelfristiger Haushaltausgleich über 8 Jahre: +8.8 Mio. Franken
2. Stabiler Steuerfuss max. 10% über dem kantonalen Mittel (99 % im 2025): 110 %
3. Nettovermögen pro Einwohner/in zwischen 0 und 2‘000 Franken: +185 Franken
Die Kostensteigerungen in einzelnen Bereichen konnten durch Mehreinnahmen bei den Steuern und beim Ressourcenausgleich praktisch aufgefangen werden. Diese beiden Bereiche sind stark mit der Konjunktur verknüpft und dadurch sehr volatil. In den Folgejahren ist wieder mit höheren Investitionsvolumen zu rechnen, die mit zusätzlichem Fremdkapital finanziert werden müssen. Darum muss dem Steuerhaushalt trotz den vergangenen positiven Geschäftsjahren und dem nur minimalen Aufwandüberschuss im Budget 2027 grosse Beachtung geschenkt werden.
Freundliche Grüsse
Daniel Beckmann
Gemeindeschreiber