26.05.2021

Kindergarten Obermattstrasse muss unter Denkmalschutz gestellt werden

Der Gemeinderat hat im August letzten Jahres das Gebäude des Kindergartens Obermattstrasse aus dem kommunalen Inventar der schutzwürdigen Objekte entlassen. Gegen diesen Entscheid hat der Zürcher Heimatschutz rekuriert. Nun hat das Baurekursgericht des Kantons Zürich am 21. April 2021 den Rekurs gutgeheissen und den Gemeinderat angewiesen, das ursprünglich als Schulhaus in den Jahren 1897/1898 errichtete Gebäude unter Denkmalschutz zu stellen. Der Gemeinderat akzeptiert diesen Entscheid.

Das Baurekursgericht attestiert dem ehemaligen Schulhaus sowohl einen erheblichen Eigenwert als auch einen wesentlichen Situationswert im Quartier des nördlichen Teils der Obermattstrasse. Bereits das Gutachten, das der Gemeinderat für seine Beurteilung eingeholt hat, stufte das ehemalige Schulhaus aus bautypologischer, sozial- und siedlungsgeschichtlicher Sicht als wichtigen Zeugen ein. Das ehemalige Schulhaus an der Obermattstrasse 54 stelle eine leicht abgeänderte und vor allem vergrösserte Variante des Typs III der von Architekt Bräm konzipierten Normpläne für Schulhäuser dar. Vom Schulraumbedarf her seien für das eher städtisch geprägte Schulhaus in Pfäffikon zwei Klassenzimmer erforderlich gewesen. Auch sei die innere Struktur und Raumaufteilung des Gebäudes noch weitgehend erhalten. Das Baurekursgericht beurteilt das Fachgutachten als umfassend, detailliert und nachvollziehbar. Der Gemeinderat habe sich zu Unrecht darüber hinweg gesetzt.

Dieser hatte argumentiert, dass der architektonische Wert des schlichten Baukörpers nicht herausragend sei. Er habe keinen prägenden Einfluss auf das gewachsene Ortsbild an der Obermattstrasse. Weiter führte der Gemeinderat ins Feld, dass die Schule mittelfristig einen zweiten Kindergarten mit Nebenräumen in der Schuleinheit Obermatt benötige. In dem das Gebäude unter Schutz gestellt werden müsse, werde ein Ersatzbau verunmöglichst und ein zweiter Kindergarten lasse sich am Standort an der Obermattstrasse nur mit grösserem finanziellen Aufwand bei gleichzeitigen Einbussen, was die betrieblichen Abläufe anbelangt, realisieren. Der Handlungsspielraum der Schule werde dadurch unverhältnismässig einschränkt und der Gemeinde werde die Erfüllung einer öffentlichen Aufgabe unnötig erschwert. Die Interessen der Schule, ihre Aufgabe möglichst uneingeschränkt wahrnehmen zu können überwiege das Interesse am Erhalt des ehemaligen Schulhauses.

Diese Argumente liess das Baurekursgericht nicht gelten. Die Gemeinde könne sehr wohl mit verhältnismässigem Aufwand einen zweiten Kindergarten realisieren, zumal aus denkmalpflegerischer Sicht auf der die Südwestseite des Gebäudes ein Anbau möglich sei, wenn dieser architektonisch sorgfältig gestaltet werde und sich gut ins gewachsene Ortsbild einfüge.

Der Gemeinderat wird nun aufgrund dieses Entscheides eine Schutzverfügung erlassen. Danach liegt der Entscheid, ob am heutigen Standort ein zweiter Kindergarten realisiert wird, bei der Schule und dem Ressort Liegenschaften.

Freundliche Grüsse
Hanspeter Thoma, Gemeindeschreiber