26.01.2021

Bauamt erhält mehr personelle Ressourcen

Das Bauamt sieht sich seit Jahren mit personellen Kapazitätsproblemen konfrontiert. Als Folge davon mussten wichtige Aufgaben im Bereich der Raum- und Verkehrsplanung und Projekte im öffentlichen Verkehr oder Gewässerunterhalt zurückgestellt werden.

Auch Aufgaben im Tagesgeschäft mussten vermehrt an externe Dienstleistungsunternehmen ausgelagert werden, was zu entsprechenden Mehrkosten führte. Der Bereich Denkmal- und Naturschutz wurde im vergangenen Jahr neu organisiert. Die Ortsbild- und Denkmalschutzkommission (ODK) hat ihre Tätigkeit aufgenommen. Die breitere fachliche Abstützung und bessere Beratung der Baubehörde sind bereits spürbar. Soll der Bereich Denkmalschutz korrekt gehandhabt werden, benötigt dies die entsprechenden Ressourcen. Die Baugesuche mit Bezug zum Ortsbild- und Denkmalschutz konnten zudem mit den bisherigen Sitzungsintervallen nicht mehr bewältigt werden. Seit Herbst 2020 findet nun monatlich eine ODK-Sitzung statt. Des Weiteren sind auch neue Aufgaben hinzugekommen. So wurde im September 2018 der Energieplan 2019-2022 von der Gemeindeversammlung angenommen. Für die Umsetzung wurde der Steuerungsausschuss Energie unter der Leitung des Bauvorstands gebildet. Die Geschäftsstelle wird vom Bauamt geführt.

Im Frühjahr 2020 wurde zudem nebst dem Bauamt die ganze administrative Verwaltung einer Organisationsüberprüfung unterzogen.

Ergebnisse aus der Organisationsüberprüfung / Kostenentwicklung

Die strukturellen Probleme im Bauamt bezüglich der personellen Kapazitäten wurden durch die Organisationsüberprüfung erhärtet. Das Bauamt arbeitet seit rund 20 Jahren in der heutigen Organisation und mit etwa dem gleichen Personalbestand. Spitzen in der Arbeitsbelastung wurden jeweils mit internen Springern oder externen Planungs- und/oder Ingenieurbüros abgedeckt. Je nach Legislaturprogramm des Gemeinderates variieren Zahl und Komplexität zeitlich befristeter Projekte. Gerade im aktuellen Legislaturprogramm sind alle Bereiche des Bauamts stark gefordert. Die Schwerpunkte werden sich auch in einer anschliessenden Legislatur kaum verschieben. Daneben haben sich leider die Regelungsdichte und dadurch die Belastung bei der Durchführung von baurechtlichen Verfahren in dieser Zeit nochmals deutlich erweitert. Als Folge davon wurde der Arbeitsüberhang immer stärker mit beauftragten Drittunternehmen bewältigt. Dieser Zustand ist auf längere Sicht für alle Beteiligten unbefriedigend und teuer.

Anzahl Baugesuche in den letzten drei Jahren:

2018:    124 Gesuche

2019:    107 Gesuche

2020:    133 Gesuche

Kosten im Bereich Verkehr vergleichsweise tief

Der Benchmark im Bereich Verkehr mit 10 gleich grossen Gemeinden im Kanton Zürich zeigt, dass pro Einwohner im Jahr 2019 Fr. 177.00 ausgegeben wurden. Der Durchschnitts-Wert liegt bei Fr. 223.00 pro Einwohner/in. Betrachtet man nur die Gemeindestrassen weist Pfäffikon mit Fr. 94.00 pro Einwohner/in den tiefsten Wert aus (Durchschnitt Fr. 134.00). Dies bedeutet, dass die Gemeinde verhältnismässig wenig für den Betrieb und den Unterhalt der Gemeindestrassen ausgibt bzw. dass das Bauamt kostengünstig arbeitet.

Bestehende Engpässe und anstehende Arbeiten und Projekte

In den nachfolgend aufgelisteten Bereichen besteht jetzt Handlungsbedarf, der sich teilweise schon Jahre aufgestaut hat. Der grösste Teil der Aufgaben ist auch Teil der Legislaturziele des Gemeinderates für die laufende Amtsperiode.

  • Revision der Bau- und Zonenordnung (Harmonisierung Begriffe, Umsetzung Mehrwertausgleichsgesetz und Mobilfunk-Initiative)
  • Totalrevision der kommunalen Parkplatzverordnung
  • Kommunale Verkehrsplanung (Stillstand bei der Entwicklung der übergeordneten Staatsstrassen)
  • Mitarbeit beim Projekt Mobilität und Umwelt Pfäffikersee sowie umsetzen von Teilprojekten
  • Unterhalt und Sanierung öffentlicher Gewässer und Weiheranlagen
  • Festlegung Gewässerraum im Siedlungsgebiet
  • Vollzug von Änderungen des Kantons bei Fliessgewässern (Aufhebungen)
  • Raumentwicklungskonzept REK, Umsetzung allfälliger Massnahmen ab 2022
  • Neubauprojekt Bushof
  • Umsetzung Behindertengleichstellungsgesetz / Erhöhung von Bushaltekanten
  • Inventaraufnahme von Kunstbauten und Zustandsanalyse Seequai, Ermittlung Sanierungsbedarf
  • Erneuerung Fahrzeugflotte im Strassenunterhalt, Überprüfung und evtl. Neuausrichtung der Leistungen der Strassenunterhaltsequipe
  • Einrichtung der Fachstelle Naturschutz und neu einer Geschäftsstelle Energie
  • kürzere Reaktionszeiten bei Anfragen von Einwohner/innen und Baufachleuten (Folgeproblem bei Überlastungen)
  • Anwendung der übergeordneten Instrumente im Bereich Ortsbild- und Denkmalschutz (ISOS und KOBI). Überarbeitung der kommunalen Inventare (Inventar schützenswerter Gebäude, Baumschutz in Bauzone sowie Schutzinventare in Landwirtschaftszonen)
  • Unterstützung bei Gestaltungsplänen im Bereich der Zentrumszone (Geviert Post/Banken/Hotel Bahnhof) oder auf dem Areal Tumbelen Nord.
  • Aktualisierung Strassenzustandsplan
  • Steigende Belastung durch Stellungnahmen zu Vernehmlassungen

Stellenplan jetzt und in Zukunft

In den letzten Jahren blieb der Stellenplan im Bauamt mit insgesamt 1090 Prozent konstant. Der Ausbaubedarf ist oben beschrieben.

Konkret sollen im Jahr 2021 folgende Stellen besetzt werden:

  • Projektleiter/in Verkehr, Gewässer             80 – 100% Pensum
  • Fachperson Energie und Raumplanung    50 % Pensum

Diese Stellen werden zur Besetzung ausgeschrieben.

Künftige Massnahmen zu Effizienz- bzw. Leistungssteigerungen

Mit dem Stellenausbau können die Ausgaben für Dienstleistungen Dritter wieder gesenkt werden. Damit lassen sich die Mehrkosten des Stellenausbaus etwas abfedern. Natürlich ist das aber auch abhängig von der Geschäftslast. Bei den baurechtlichen Verfahren soll sich der Betrag bei Fr. 150‘000.00 pro Jahr einpendeln bei 110 Baugesuchen. Die Arbeit der ODK bringt im Vergleich zur NDK einen Mehrwert. Es ist zu hoffen, dass auch die Ausgaben für Gutachten zu potenziellen Unterschutzstellungen etwas sinken. Allerdings lassen sich die Ausgaben nur wenig beeinflussen. Die Energieplanung bringt einen Mehrwert und kostet auch etwas. Es geht darum das Thema Energie aktiv zu bearbeiten, sich zu informieren, Inputs in den Steuerungsausschuss Energie einzubringen, Förderprogramme aktiv anzugehen und die Information und Beratung der Bevölkerung sicher zustellen, Fachanlässe für die Öffentlichkeit zu organisieren. All diese Tätigkeiten liegen im Interesse der Gemeinde und auch der Gemeindewerke. Beratung der Baubehörde: Die Stellenaufstockung verschafft dem Leiter Bauamt und dem Bausekretär wieder vermehrt die Möglichkeit, Vernehmlassungen für Gesetze und Planungen kompetent und zeitgerecht zu bearbeiten. Wichtig ist auch, dass sich Ressortvorstand und Abteilungsleiter stärker in der Planungsgruppe der RZO oder bei den kantonalen Ämtern, insbesondere im Bereich der Verkehrsplanung einbringen können. Dazu fehlt heute schlicht die Zeit.

Für weitere Fragen steht Bauvorstand Lukas Steudler am 26.01.2021, von 10 bis 11 Uhr, unter Tel.-Nr. 079 372 25 41, zur Verfügung.

Erlass Mietkosten Pfäffiker Mäss 2021

Der Verein Pfäffiker Mäss plant die nächste Pfäffiker Mäss vom 12. bis 14. November 2021 in der Sporthalle Mettlen und der Turnhalle des Primarschulhauses. Zusammen mit der Pfäffiker Mäss findet auch der traditionelle Lehrlingswettbewerb statt. Der Gemeinderat hat am 7. April 2020 seine Zustimmung zur Nutzung der gemeindeeigenen Liegenschaften erteilt.

Aufgrund der Ungewissheiten rund um die Corona-Pandemie und deren Folgen für Wirtschaft und Gewerbe sowie von personellen Änderungen im Vorstand will sich der Verein auf den Kern der Messe, nämlich auf die Präsentation der Leistungen des örtlichen Gewerbes, konzentrieren. Auf ein umfangreiches Rahmenprogramm, das die Pfäffiker Mäss in der Vergangenheit zu einem Volksfest machte, soll weitgehend verzichtet werden. Zu gross erscheint dem Vereinsvorstand das finanzielle Risiko bei all den Unwägbarkeiten.

Das Budget für die Pfäffiker Mäss 2021 wurde deutlich reduziert. Das finanzielle Risiko muss auch auf ein Minimum beschränkt werden. Der Verzicht auf Festivitäten schmälert aber auch die Gewinnaussichten. So müssen die Fixkosten hauptsächlich mit den Standmieten abgedeckt werden. Angesichts der Umstände können die Standgebühren für die Aussteller jedoch nicht erhöht werden. Der Verein hat deshalb dem Gemeinderat ersucht, ihm die Mietkosten für die Sporthallen zu erlassen.

Die Pfäffiker Mäss ist ein beliebter, traditioneller Anlass des Gewerbes. Das Engagement des Vorstands verdient auch in Zeiten mit sehr unsicheren wirtschaftlichen Aussichten Dank und Anerkennung. Der Anlass fördert das gegenseitige Verständnis zwischen Anbietern und Konsumenten, regt zum Einkaufen am Wohnort an und erhält die Standortattraktivität der Gemeinde. Deshalb verzichtet die Gemeinde ausnahmsweise auf die Mieterträge für die Räumlichkeiten und leistet so einen Beitrag zum Erhalt der Pfäffiker Mäss.

Kurzmitteilung

Der Gemeinderat hat …

  • der Landumlegungsgenossenschaft Torf- / Giwiggsenriet ein Darlehen in Höhe von 150‘000.00 Franken mit einer Dauer von drei Jahren ab dem 1. Februar 2021 zu einem Zinssatz von 1.25% gewährt. So können Liquiditätsprobleme unter dem Jahr verhindert werden, da jeweils sämtliche Rechnungen vorfinanziert werden müssen, bevor die Kantons- respektive Bundesbeiträge beantragt werden können.

Freundliche Grüsse

Bennie Lehmann, Gemeindeschreiber-Stellvertreter