Situation des Detailhandels im Zentrum untersucht

10.07.19  

Der Gemeinderat hat vor Monaten die Fachhochschule Nordwestschweiz beauftragt, die Situation des Detailhandels im Zentrum von Pfäffikon im Bezug auf das veränderte Konsumverhalten der Bevölkerung zu untersuchen. Die Resultate der Analyse von vier Studentinnen wurden Anfang Jahr dem Gemeinderat und dem Vorstand des Gewerbevereins präsentiert. Der Bericht enthält auch erste Handlungsempfehlungen. Vertreter der Behörde und des Gewerbevereins haben sich kürzlich zu einem Austausch über die Ergebnisse getroffen. Es gilt nun, aus den gewonnenen Erkenntnissen die nötigen Schlüsse zu ziehen und Massnahmen einzuleiten.

In Pfäffikon befindet sich der Detailhandel – wie in vielen Gemeinden – im Grossraum Zürich unter Druck. Die grossen Städte und Zentren in der Region absorbieren einen grossen Teil der Kaufkraft der Kundschaft. Durch die steigenden Umsätze im online-Handel entsteht zusätzliche starke Konkurrenz. Das Zentrum von Pfäffikon befindet sich in einem baulichen Umbruch. Für das Gewerbe und insbesondere für den Detailhandel ist diese Situation sowohl Chance wie Risiko.

Vor diesem Hintergrund beauftragte der Gemeinderat im Herbst 2018 die Fachhochschule Nordwestschweiz in Olten, Abteilung Wirtschaft,  eine Untersuchung der aktuellen Situation wie eingangs erwähnt vorzunehmen. Die rund dreimonatigen Abklärungen von vier Studentinnen im Rahmen einer Semesterarbeit haben interessante, zum Teil nicht überraschende aber auch neue Erkenntnisse zu Tage gefördert. Diese basieren auf einer Befragung von Kundinnen und Kunden im Dorfzentrum und an der Pfäffiker Gewerbe-Messe, die im Bearbeitungszeitraum stattfand, sowie von Detailhändlern und Gewerbetreibenden. Weiter wurden die Sortimente und Angebote in den Läden analysiert und möglich Potenziale für Veränderungen abgeleitet. Auch das Image des Detailhandels, Trends, Umwelt, Konkurrenz und der Markt wurden untersucht. Die vor Ort gesammelten Daten konnten mit bereits vorhandenen Informationen im gesamten Detailhandel verglichen werden.


Ergebnisse aus den Befragungen und Recherchen

Das Zentrum wird für den Einkauf sowohl bei den Grossverteilern aus auch bei den Detailhändlern besucht. Daneben werden verschiedene Dienstleistungen im Zentrum konsumiert. Die Mehrheit ist mit dem Auto unterwegs, etwa ein Drittel zu Fuss. Das Zentrum dient auch als Treffpunkt mit Freunden. Autofahrer/innen sind unzufrieden mit dem Parkplatzangebot. Die Parkplätze sind verzettelt und teilweise schwer auffindbar. Die Parkgebühren werden als eher hoch empfunden. Das Angebot des ÖV wird sehr gut beurteilt.

Die Laden-Öffnungszeiten sind insgesamt akzeptiert, könnten jedoch im Detailhandel einheitlicher sein. Die Kunden finden gewisse Geschäfte im Detailhandel wegen des hohen Verkehrsaufkommens nicht attraktiv. Die Gestaltung der Schaufenster wird kritisiert. Das Verpflegungsangebot im Zentrum wird als eher ungenügend taxiert. Auch die alters- und behindertengerechte Infrastruktur schneidet schlecht ab. Zu schmale Trottoirs, zu viel Verkehr und Lärm, fehlende Sitzgelegenheiten, mangelnde Sauberkeit auf Wegen und Strassen sind die Stichworte. Insgesamt wird das Zentrum als unattraktiv empfunden. Diese Aussage bezieht sich auf den Geschäftsmix, die Verkehrssituation und den Strassenlärm. Bekleidung und Elektronik werden mehrheitlich online eingekauft. Für den täglichen Bedarf wird das Angebot jedoch als gut bezeichnet. Die Atmosphäre im Detailhandel ist wesentlich angenehmer als bei den Grossverteilern. Als wichtige Chance betrachten die Berichtverfasserinnen, dass laut Befragung die Bevölkerung immer noch Wert auf den traditionellen Einkauf vor Ort legt.

Kundinnen und Kunden sind an Nischen-Produkten und -Angeboten mit höherer Qualität – aus der Region - interessiert. Sie sind auch bereit, dafür etwas mehr zu bezahlen. Für den Wocheneinkauf werden die Grossverteiler bevorzugt. Beim Sortiment ortet die Analyse bei den Männern als Kunden Potenzial zum Beispiel bei der Bekleidung oder bei alkoholischen Getränken wie eine Vinothek. Attraktive Cafés, Bars und Restaurants hätten bei den Befragten gute Chancen.

Bei den Trends sind Digitalisierung und Transparenz hoch im Kurs. Es besteht ein Bedürfnis nach aktuellen Informationen wie Bewertungen und Testberichte zu Geschäften und Produkten, die auf den Smartphones abrufbar sind. Neuen Geschäftsideen wie beispielsweise einem Pop-up-Store stehen die Kunden offen gegenüber. Im Bereich E-Commerce treffen die Kunden insgesamt auf eine konservative Haltung bei den Geschäften.


Schlussfolgerungen für Gemeinde und Gewerbe

Die Gemeinde muss weiter den Fokus darauf legen, das Zentrum baulich aufzuwerten, um mit einer gleichzeitigen Verdichtung attraktive Rahmenbedingungen zu schaffen. Im eigenen Einflussbereich stehen dabei Strassen, Wege und Plätze. Der Gemeinderat strebt langfristig weniger Verkehr im Zentrum und attraktivere Verbindungen für Fussgänger und Radfahrer an. Ein wichtiger Schritt dazu bildet die umgestaltete Seestrasse, die im Herbst fertiggestellt sein wird. Aber auch im Gebiet zwischen Bahnhof und Hochstrasse wäre eine baldige bauliche Erneuerung und Verdichtung wünschenswert. Hier sind Grundeigentümer und Investoren gefordert; die Gemeinde bietet ihre „guten Dienste“ an. Kontakte zu Grundeigentümern hat die Gemeinde hergestellt und Planungsarbeiten sind im Gange. Eine Herausforderung dürfte die Verbesserung der Parkierungssituation mit dem angeregten Bau einer grösseren Unterniveaugarage darstellen. Diese ist wohl nur als Gemeinschaftswerk von Grundeigentümern, Gewerbe und Gemeinde realisierbar.

Gewerbe und Detailhandel sind gefordert, den neuen Schwung, den die verkehrsberuhigte und aufgewertete Seestrasse verleihen wird, zu nutzen. Neue Geschäftsmodelle wie ein Popup-Store oder E-Commerce sollten geprüft werden. Bisherige Stärken im Bereich von Bedienung, Beratung und Dienstleistungen sind möglichst auszubauen. Eine Überprüfung und Ergänzung des Sortiments mit qualitativ hochwertigen Nischen-Produkten und Produkten aus der Region birgt Marktpotenzial. Eine zeitgemässe und attraktive Gastronomie hätte im Zentrum ebenfalls gute Chancen.


Freundliche Grüsse
Hanspeter Thoma, Gemeindeschreiber

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